Inventionen 2004 -
zwischen sprechenden Flammen und tönenden Schatten ...

Seit 1982 widmen sich die Inventionen der Verbindung verschiedenster künstlerischer Medien. Die diesjährige Ausgabe präsentiert elektroakustische Musik, experimentelle und multimediale Konzepte, Performances und Klangkunst. An vier Abenden sind in den Sophiensælen über 12 Uraufführungen und zwei Deutsche Erstaufführungen vor allem von gegenwärtigen und ehemaligen Gästen des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und des Elektronischen Studios der TU Berlin zu erleben.

Am 23. Juni geben in der singuhr-hœrgalerie in parochial die Firebirds des amerikanischen Klang- und Medienkünstlers Paul DeMarinis den Auftakt zum Festival. Eine Installation mit tönenden Flammen, die den Mythos des Mediums Radio, seine technische Entwicklung und kulturelle wie politische Dimension, thematisiert.
Requiem for fossil fuels von Sam Auinger (A) und Bruce Odland (USA), eine zweite Klanginstallation der Inventionen, wird ebenfalls am 23. Juni in der Sophienkirche eröffnet.


Das erste Konzert der Inventionen findet am 24. Juni in den Sophiensælen mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin statt. Das Ensemble, bekannt für die Auseinandersetzung mit neuen und experimentellen Musikkonzepten, realisiert an diesem Abend drei sehr unterschiedliche Werke. belit, eine raumbezogene Komposition für acht Instrumente und sechzehn Lichtquellen von Bernhard Gál (A), verbindet Instrumentalklänge mit Licht- und Schattenprojektionen. Mit einer konkreten Visualisierung von Klängen, ihrer bildnerischen Materialisierung, beschäftigte sich Alvin Lucier (USA) in The Queen of the South für Instrumentalisten, schwingungsempfindliche Oberflächen, Streugut und Video. Mark Trayle (USA) verwendet die Eigenschaften des Wassers als kompositorische Metapher und schafft ein Netzwerk aus Musikern und digitalen Medien in bitpool.


Am 25. Juni wird das Streichquartett des Klangforum Wien das string quartet 1.3. des österreichischen Komponisten Wolfgang Mitterer in einer Version mit Live-Elektronik und Lichtprojektion uraufführen. Dieser wird eine instrumentale Fassung vorangestellt.

Ein Schwerpunkt der Inventionen ist die "Lautsprechermusik".
So gibt es auch in diesem Jahr mehrere Gelegenheiten, neue elektroakustische Kompositionen zu hören: An diesem Abend kommt die 8-kanalige Komposition object – obstacle von Hans Tutschku (D) zur Uraufführung.


Die Verbindung akustischer mit visuellen Ereignissen steht im Mittelpunkt des dritten Konzerts am 26. Juni: In Zusammenarbeit mit dem Wiener Cellisten Michael Moser realisiert Michael Maierhof (D) seine Komposition splitting 22 für Violoncello, 4-Kanal-Zuspielung und Video. Das Cello-Stück II von Rolf Julius (D), eine grafische Partitur, die Michael Moser umsetzen wird, und treffen für sechs Instrumente der südkoreanischen Komponistin Soo-Jung Shin mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin werden uraufgeführt.
Klang- und Bildprojektionen lässt Kotoka Suzuki (Japan) im wahrsten Sinne kreisen - gemeinsam mit Claudia Rohrmoser (Video) und Thomas Seelig (Programmierung).


Das vierte Konzert am 27. Juni bezieht zwei weitere künstlerische Medien mit ein: Tanz und Film. So sind, neben den elektroakustischen Kompositionen Black Ice von Robert J. Dow (GB), Globalalia von Trevor Wishart (GB) und den audible ecosystemics n.1 and n.2 für Live-Elektronik von Agostino Di Scipio (I), Werke für Live-Elektronik, Video und Tanz bzw. Film zu erleben:
Gemeinsam mit der Tänzerin Kazue Ikeda realisiert Shintaro Imai (Japan) seine Motion and Glitch Study.
Mario Verandi (Arg) führt einen Klang-Film für 2 Instrumente, Live-Elektronik und Projektion vor – ein Film von Harun Farocki ist das visuelle Ausgangsmaterial, das von Live-Elektronik und den Solisten Andrea Neumann (Innenklavier) und Robin Hayward (Tuba) kommentiert wird.


am 18.6. fand die Pressekonferenz zum Festival statt; bei dieser Gelegenheit haben wir auch vorgestellt:

Auf Anforderung senden wir Ihnen Klangbeispiele (4 Ausschnitte von UAs auf Audio-CD) und Pressematerialien (auch Bilder) zu.
Zum Festival erscheint ein Programmbuch; ein pdf-Dokument steht bereits zur Verfügung.

Die Pressemitteilung der TU-Pressestelle finden Sie unter:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2004/pi169.htm

Einen kurzen Bericht über die Geschichte des Festivals (1982 bis 2002) finden Sie unter geschichte.html

Stand: 17.06.2004, F.H.